Faktorenanalyse

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Faktorenanalyse

Beitragvon Gast » 17. Juni 2003, 09:47

Hallo!
Ich habe eine Faktorenanalyse gerechnet und acht Faktoren mit Eigenwert > 1 erhalten; die letzten beiden beinhalten allerdings nur jeweils 1 Item. Macht das überhaupt Sinn, diese zu interpretieren bzw. kann ich ja für diese beiden keine Reliabilitäten berechnen. Kann/soll ich diese zwei Faktoren einfach weglassen oder soll ich die Anzahl der Faktoren auf 6 begrenzen??
Gast
 

Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Michael Weber » 17. Juni 2003, 10:26

würde mir mal den screeplot ansehen und schauen ob´s irgendwo einen starken Abfall der Eigewerte gibt. Eventuell Eigenwerte mal posten dann kann ich mehr dazusagen (Zahl der Items wäre auch noch interessant)

LG

MW
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Gast » 17. Juni 2003, 12:54

Hallo!
Also den stärksten Abfall am Screeplot gibts schon nach dem ersten Faktor. Insgesamt hab ich 26 Items; die Eigenwerte der Faktoren:
Faktor 1: 6,881
Faktor 2: 2,565
Faktor 3: 2,059
Faktor 4: 1,544
Faktor 5: 1,467
Faktor 6: 1,211
Faktor 7: 1,092
Faktor 8: 1,011

Vielen herzlichen Dank für Deine Hilfe!
Schöne Grüße, Clara
Gast
 

Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Michael Weber » 17. Juni 2003, 13:07

Würde die Faktoren 7 und 8 auf alle Fälle weglassen und mir sogar überlegen nur einen oder eventuell 3 Faktoren zu nehmen.
Ist die FA auch schon rotiert? Eventuell verbessert das die Situation der Faktoren 7 und 8

LG

MW
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Gast » 17. Juni 2003, 14:52

Das ist schon die rotierte FA. Wenn ich mich also die letzten beiden Faktoren weglasse, muss ich dann die FA nochmal rechnen und die Anzahl der Faktoren auf 6 festlegen (so dass diese Items halt bei einem anderem Faktor negativ laden) oder lass ich sie einfach weg und beziehe sie bei meinen weiteren Berechnungen nicht mehr mit ein?
Danke,
Clara
Gast
 

Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Michael Weber » 17. Juni 2003, 15:22

neu rechnen ist eleganter.

LG

MW
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Gast » 17. Juni 2003, 15:24

Vielen Dank, Du hast mir sehr weitergeholfen!
Clara
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Gast » 21. Oktober 2003, 16:54

Hi,
ich bin gerade dabei ein Sem. Differential mittels Faktorenanalyse auszuwerten. Gerechnet habe ich mit max. bis zu 5-6 Faktoren - bei einer ersten Auswertung bin ich aber auf 38 gekommen!! Hat jemand eine Ahnung was da falsch läuft - hab ich zuwenig Versuchspersonen? Wieviel braucht man mindestens, bzw. woran könnte das sonst liegen??? Danke
Gast
 

Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Michael Weber » 21. Oktober 2003, 17:05

38 Faktoren mit Eigenwerten >1??? Wieviele Items sind´s denn? Und wieviele Vpn?

LG

MW
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Gast » 8. November 2003, 12:28

Hallo Michael,
also ich hab 13 Faktoren mit Eigenwerten über 1 - wird wohl daran liegen, dass ich erst 50 Vpn hab, oder? Einstufen lassen hab ich insgesamt 36 Eigenschaftspaare. Hoff, dass was rauskommt, wenn ich mehr Leute hab.
Gast
 

Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Michael Weber » 8. November 2003, 13:22

Eigenwerte >1 ist nur eines der möglichen Abbruchkriterien. Wenn man die Zahl der Faktoren weiter reduzieren will, kann man sich das Eigenwertdiagramm ansehen (Screeplot) und schauen ob da irgendwo ein Knick ist (also ein plötzlicher Abfall der Eigenwerte).
Hohe Faktorenzahl kann aber auch daran liegen, dass Items verwendet wurden, die viele unterschiedliche Dinge erheben.

LG

MW
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Gast » 2. Januar 2004, 00:26

Ich möchte für meine DA einen Fragebogen vorgeben, der die Einstellung meiner Vpn zu einem bestimmten Thema erfassen soll. Dazu gibt es in der Literatur bereits einen FB, allerdings auf Englisch. Nun meine Frage: Wenn der FB auf Deutsch übersetzt wird (für meine Stichprobe nötig), dann muß ich doch die Gütekriterien mittels Vortest für die deutsche Version berechnen, richtig? Wieviele Vpn sind notwendig, um einen Vortest durchzuführen? Geplant ist im weiteren u.a., die 60 Items einer Faktorenanalyse zu unterziehen um zu schauen, ob die Faktoren aus der Literatur auch an einer österreichischen Stichprobe gefunden werden können.
Wie groß soll mein N im Vortest sein?

U.A.w.g,

ganz liebe Grüße,
Elisabeth
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Michael Weber » 2. Januar 2004, 12:53

wirkliche Richtlinien kann man da nicht geben. Würde aber nicht weniger Vpn als Items verwenden. Problem der FA ist vor allem, dass sie extrem stichprobenabhängig ist. Würde also eine für den Einsatzbereich repräsentative Stichprobe benötigen.

LG

MW
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Gast » 3. Januar 2004, 00:01

Vielen Dank!

LG, E.
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Gast » 4. Januar 2004, 20:34

Hallo,
weiß jemand wann man eine rotierte und wann die unrotierte FA verwendet - gibts dafür irgendwelche Kriterien?? Und ist es legitim die Faktorenanzahl im vorhinein festzulegen, zb. auf 3 oder 4??? Regina
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Michael Weber » 4. Januar 2004, 22:32

Würde für die Interpretation IMMER die rotierte nehmen (da eindeutiger interpretierbar). Vorheriges Festlegen auf 4 Faktoren ist m.E. eher problematisch (z.B hängt Zahl der Faktoren stark von der Stichprobe ab). Wenn schon, dann eine konfirmatorische FA.

LG

MW
Zuletzt geändert von Michael Weber am 6. Januar 2004, 20:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Gast » 6. Januar 2004, 19:20

Danke Michael. Mich hat es nur verwundert, dass wenn ich mir in den Faktoren die Items mit den höchsten Ladungen anschaue, ich in der rotierten eine komplett andere Variante habe als in der unrotierten und somit auch eine andere Interpretation???? Regina
Gast
 

Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Michael Weber » 6. Januar 2004, 20:25

Ja das kann durchaus passieren

LG

MW
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Gast » 7. Februar 2004, 03:13

Ich habe eine Frage zum Thema schiefwinkelige Rotation bei einer FA: bei einer schiefwinkeligen FA sind doch die Faktoren, die rauskommen, nicht mehr unabhängig voneinander. Heißt das, daß ich bei der Zuordnung der Items zu den Faktoren jene Items, die bei mehreren Faktoren ähnlich hoch laden, auch zu jedem der Faktoren zuordnen kann, sie also doppelt (dreifach etc.) verrechnen kann? Oder gilt es auch bei der schiefwinkeligen Rotation, jedes Item nur einem Faktor zuzuordnen?
Noch eine Frage zum gleichen Thema: Wann rechne ich welche Art von FA (oblimin, quartimax etc.) und: wo kann ich all diese Dinge nachlesen, damit ich nicht immer Dich, MW, bzw. Euch hier im Forum belästigen muß? Hat jemand einen Tip für ein gutes Buch zum Thema FA in SPSS? (In den gängigen SPSS-Büchern wurde ich nicht fündig.)

LG,

Astrid
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Gast » 7. Februar 2004, 03:25

Und noch eine Frage zu oblimin: was gebe ich bei der Frage nach Delta ein? Vorgegeben ist 0.0, soll ich einfach dabei bleiben? Soweit ich weiß, hat Delta damit zu tun, wie schief die Achsen sein sollen. Welcher Wert ist da warum gängig?

(Erklärung am Rande: Ich interessiere mich deswegen so für oblimin, weil in einer Untersuchung, die meiner DA nicht unähnlich ist, oblimin gerechnet wurde.)

LG, Astrid
Gast
 

Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Michael Weber » 7. Februar 2004, 21:03

Hi,

also ein recht einfach zu lesendes Buch, in dem die FA auch drinnen vorkommt, ist von Backhaus et al und heißt "Multivariate Analysemethoden" Denke aber, dass auch dort die schiefwinkeligen Rotationen nicht genauer durchgenommen werden. Müsste sich eventuell mal in den Weiten des Internets umsehen.

@ schiefwinkelige FA: damit hab ich mich bisher nicht auseinandergsetezt. Bin schon von der klassischen FA nicht unbedingt begeistert (auch wenn sie mitunter recht nette Ergebnisse liefert), aber die schiefwinkelige find ich mehr als eigenartig, weil sie meines Erachtens am eigentlichen Sinn des Verfahrens vorbeigeht *gg*.
Kann sowohl bei der orthogonalen wie auch bei der schiefwinkeligen FA ein Item in unterschiedliche Faktoren hinenpacken. Nur sollte man dann mit den Faktorscores arbeiten.

LG

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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Gast » 8. Februar 2004, 03:39

Vielen Dank für Deine Antworten, Michael! Ich habe in der Zwischenzeit gerade in 4 Büchern gestöbert (und auch in den Weiten des Internets, obwohl ich, zugegebener Maßen, nicht allzu weit gesurft bin...), habe aber nirgendwo genaueres bzgl. Faktorwerte gefunden. Ich weiß, daß man sie in SPSS gleich speichern lassen kann und daß diese Faktorwerte genauer sind als wenn ich einfach nur einen Mittelwert bilde und dies als Faktorwert speichere, weil sie z-standardisiert sind. Aber: welcher Wert wird genommen? (Regression, Bartlett etc.) Und wie werden sie berechnet, was verbirgt sich hinter diesen Werten? Im Endeffekt brauche ich dichotome Daten (hohe Ausprägung versus niedrige Ausprägung je Skala), das heißt, ich könnte ja die Faktorwerte nehmen und neue Werte daraus bilden, zum Beispiel Werte ab 2 bedeuten hohe Ausprägung, alle Werte darunter niedrige Ausprägung. Dabei habe ich nur das Problem, daß "überdurchschnittlich" noch nicht "hoch" bedeutet... . Wenn es 100 Punkte zu gewinnen gibt, ich aber eine "schlechte" Gruppe an Leuten habe, von denen die meisten nur 30 Punkte gewinnen, dann ist jemand, der 50 Punkte gewinnt, am Durchschnitt gemessen gut, aber deswegen noch lange nicht "tatsächlich", also absolut gesehen gut! Wäre es dann nicht sinnvoller, zu schauen, was der in meinem Fall maximal zu erreichende Wert ist, dann selbst Faktorwerte zu bilden (Mittelwert) und irgendwo ein cut-off-Kriterium zu definieren, zum Beispiel 70%? Was glaubst Du?

GLG,

Astrid
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Michael Weber » 8. Februar 2004, 19:37

Hmm, das alles sind gute Fragen. Die Faktorwerte berücksichtigen die einzelnen Ladungen pro Faktor und Item. Sprich, die Punkte, die pro Item erzielt wurden, werden entsprechend den Ladungen auf die Faktoren aufgeteilt. Somit erreicht man, dass die Scores in den einzelnen Skalen tatsächlich voneinander unabhängig sind. Ist ja üblicherweise nicht so. Das Problem, ab wann jemand einen hohe Auspägung hat oder nicht ist so nicht so leicht bestimmbar. Hat man keinen "allgemeingültigen Normen" bleibt man immer an der Stichprobe hängen. auch die standardisierten Werte beziehen sich ja auch auf den Mittelwert und die Varianz der Stichprobe. Demnach könnte man höchstens die 25 % jener Leute mit den höchsten Werten heraussuchen. Generell ist´s jedoch schwer Tipps zu geben, wenn man nicht genau weiß, was eigentlich geplant ist bzw. wie´s dann weitergehen soll. Eventuell beschreib mir mal detailliert was du womit, genau machen willst

LG

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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Gast » 8. Februar 2004, 21:04

Jetzt kommt ein langes HMMM von mir :-) Wenn die Faktorwerte unabh
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Re: Faktorenanalyse

Beitragvon Michael Weber » 8. Februar 2004, 21:15

wenn man schiefwinkelig rotiert, dann sind nat
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